Fachbereiche
Sozialkunde/Politik
Zeitzeugengespräch
Gespräch mit Zeitzeugen
Gespräch mit einem Flüchtling aus der DDR
Am 17.12.2010 erhielten zwei Klassen unseres OSZ unter Leitung der Deutschen Gesellschaft e. V. in einem Gespräch mit einem DDR-Flüchtling Gelegenheit, von dessen Fluchtmotiven und dem Einleben in der völlig anderen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland zu erfahren. Im Fokus des Gespräches mit den Schülerinnen und Schülern standen der Einfluss der Staatssicherheit sowie die Abwägung sozialer Sicherheit in der DDR gegen das Bedürfnis nach persönlicher Freiheit und Verwirklichung.

Der 1966 geborene Cliewe Juritza machte erstmals im Alter von 12 Jahren Bekanntschaft mit dem Ministerium für Staatssicherheit, als er versuchte, seinen sehnlichsten Wunsch – ein Skateboard – über die US-Botschaft zu erfüllen. Er musste sich für die versuchte Kontaktierung des „imperialistischen Klassenfeindes“ vor seiner Klasse entschuldigen. Sein Berufswunsch, zur Handelsmarine zu gehen, wurde ihm abgelehnt, da wegen seiner in der Bundesrepublik Deutschland beheimateten Großmutter Fluchtgefahr unterstellt wurde. Der daraufhin 1984 gestellte Ausreiseantrag wurde ebenfalls abgelehnt. Cliewe Juritza unternahm dann zwei Fluchtversuche, wobei er durchaus seine Inhaftierung in Kauf nahm, da er auf den Freikauf durch die Regierung der Bundesrepublik hoffte. Tatsächlich gelangte er auf diesem Weg wie 34 000 weitere Häftlinge in den Westen. Nach einem Studium und verschiedenen beruflichen Tätigkeiten ist Herr Juritza heute Stadtführer in Berlin.
Aktualisiert (Dienstag, den 20. Dezember 2011 um 12:40 Uhr)


